Elektrischer Reporter: Urheber 2.0: Jeder Nutzer ein Pirat?

Seit einiger Zeit zeigt das ZDF im ZDF infokanal den »elektrischen Reporter«. Der elektrische Reporter aka Mario Sixtus geht in diesem Format Fragen und Trends der vernetzten Welt nach. Die neueste Folge zum Thema Urheberrecht ist dabei meiner Meinung nach besonders gelungen. Urheberrecht spielt direkt rein in die Bildungsdebatte:

Elektrischer Reporter – Urheber 2.0: Jeder Nutzer ein Pirat?

[via netzpolitik.org]

Kommentare

Hm, wenn es eindeutiges Urheberrecht und kein Kopierrecht gibt: Dann darf auch keiner das Grundgesetz niederschreiben.

@Frank Hamm:

Naja, ein bisschen Ahnung von der Materie kann bei einer solchen Diskussion auch nicht schaden – vgl. §5, UrhG:

(1) Gesetze, Verordnungen, amtliche Erlasse und Bekanntmachungen sowie Entscheidungen und amtlich verfasste Leitsätze zu Entscheidungen genießen keinen urheberrechtlichen Schutz.

@Dave: Das stimmt schon, allerdings werden Gesetze im Bundesanzeiger veröffentlicht - erst dann sind sie gültig. Das Layout der Veröffentlichung ist wiederum urheberrechtsgeschützt. Ich hatte mal mit denen telefoniert, weil ich für ein Lernprogramm zum AGG die Originalveröffentlichung mit integrieren wollte. Das hat dann nicht geklappt...

@Dave Danke

da hätte ich vorher nachschauen sollen :-)

@Tim:

Naja, das Layout einer Veröffentlichung ist nicht in jedem Fall durch das Urheberrecht geschützt. Die ist nur der Fall, wenn das Layout selbst als "Werk" angesehen werden kann, also eine sog. Schöpfungshöhe besitzt. Das ist im Einzelfall zu entscheiden.

Nicht jeder, der Buchstaben mit einem Textverarbeitungsprogramm anordnet, schafft dadurch automatisch ein schützenswertes Werk …

Mich wundert an Deinem Bericht sehr, dass man Dir weismachen wollte, das Layout des Bundesanzeigers sei urheberrechtlich geschützt. Ist diese Aussage irgendwie amtlich bestätigt?

Moin Dave,

es wäre sicherlich spannend, die Schöpfungshöhe beim Bundesanzeiger auszuloten. Aber dazu fehlte uns einfach die Muße. Ein Anruf in der Fachabteilung hat jedenfalls geklärt, dass der Bundesanzeiger dagegen vorgehen würde.

-Tim

Na, deren Selbstbewusstsein möcht ich haben … ;-)

ich tippe eher auf eine recht teure Unternehmenshaftpflichtversicherung oder so :-/

Ja im Grunde genommen geht der Beitrag auf das tolle Gesetz zur Ausspionierung der User ein. Das kann es doch nicht sein! Der Beitrag ist aber wirklich gut gemacht, bringt einem das Thema erst mal richtig näher. Nur wird es schwierig, jetzt wirklich jeden User als Pirat abzustempeln.

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