SCORM in der Schule und die Zukunft von SCORM

Screenshot WeLOAD

Am letzen Webmontag hatte Frank Bartels über die »digitale Schultasche« des IQSH berichtet. Im Grunde ist das ein USB-Stick mit den gängigsten Programmen in einer portablen Version (d.h. sie laufen komplett vom USB-Stick und benötigen keinen Schreibzugriff auf Festplatte oder Windows-Registry). Das besondere ist hier, dass daneben auch ein Webserver mit der Anwendung »WeLOAD« läuft. Der Name ist eine Anlehnung an ReLOAD, einem Metadaten-Editor und Content-Packager, der Inhalte als SCORM- oder IMS-Content-Pakete publizieren kann. Mit WeLOAD geht das über ein Web-Interface. Dabei werden Lerninhalte, in der Regel Dateien, mittels Drag & Drop arrangiert. Daraus baut WeLOAD dann die Content Packages.

Beim SCORM-Standard stehen die Räder auch nicht still. Mit »SCORM 2004« hatte sich schon vieles gegenüber »SCORM 1.2« verbessert. Nun wird aber auch schon fleißig an »SCORM 2.0« gewerkelt, während gerade eine überarbeitete Version von SCORM 2004 veröffentlicht worden ist. An der Zeitlinie kann man schon erkennen, dass der Standardisierungsprozess im Verhältnis zum allgemeinen Entwicklungstempo im Web eher gemächlich voranschreitet. Darum gibt es Überlegungen, neben dem nächsten offiziellen SCORM-Standard auch eine etwas freie Variante zu entwickeln, in dann kurzfristig an aktuelle Entwicklungen angepasst werden kann.

Beim lesen des Blogeintrags SCORM 2.0 and beyond LETSI seminar (via Stephen Downes) ist mir dann aber doch etwas unwohl geworden. Die Idee dahinter ist zunächst einleuchtend: auf der einen Seite den wohldurchdachten, allseits abgestimmten Standard, auf der anderen Seite der sich ständig im Fluss befindliche Orientierungsrahmen, innerhalb dessen man Content Packages entwickeln kann. Das erinnert mich an das Entwicklungsmodell bei Debian. Die langen Entwicklungszyklen bei Debian sind berühmt-berüchtigt und man hat sich damit abgefunden, dass man, wenn man eine relativ aktuelle Software-Distribution haben möchte, einfach den unstable-Zweig von Debian verwendet. Man akzeptiert damit quasi eine unfertige, mit großen Risiken behaftete Softwaredistribution. Gleichzeitig sinkt die Notwendigkeit, ein halbwegs aktuelles Stable-Release zu veröffentlichen. Und das ist das weniger schöne an diesem Konzept.

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Kommentare

Hallo Herr Schlotfeldt,

unter http://www.contentstart.de finden Sie 12 SCORM-Module unter einer Creative Commons -Lizenz, die zu nicht-kommerziellen Zwecken kostenfrei genutzt werden können. Dabei ist auch ein Lernmodul vom IQSH. Und unter http://lernmodule.net gibt es ca. 100 weitere Lernmodule, die (auch) kostenfrei genutzt und mittels einer SCORM-Referenz äußerst einfach in Lernplattformen eingebunden werden können.
Was den Standard anbetrifft, so wird SCORM 1.2 wohl noch eine ganze Weile der Standard bleiben, da es kaum Lernmodule gibt, die die Vorteile von SCORM 2004 etwa bzgl. Sequencing & navigation unterstützen.

Beste Grüße
Uwe Kohnle

Hallo Herr Kohnle,

danke für den Hinweis auf contentstart.de. War mir noch bisher entgangen. Schön wäre ja noch, wenn die CC-Lizenzen der Lernmodule auf das »No Derivative Works« verzichten würden, denn dann könnten andere diese Inhalte nehmen und weiter entwickeln (zum Thema offene Lizenzen hatte CCedu mal was veröffentlicht).

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