Zeitungsmeldungen vom Wochenende

Nein, kein Wahlbeitrag ;-) Oder vielleicht doch.

Lernen, Bildung. Dazu sind in der Zeit zwei schöne Beiträge. Unter Wissen wird der Arbeitstag der Schulleiterin Margret Rössler beschrieben. Rössler ist gelernte Lehrerin, das, was sie als Schulleiterin macht, würde man in der Wirtschaft als Management bezeichnen. Aus dem Beitrag Täglich nachsitzen:

Wer sie einen Tag lang begleitet, versteht, warum Bildungsforscher diese Position als die wichtigste im Schulsystem bezeichnen – und wieso gleichzeitig immer weniger Lehrer diesen Beruf ergreifen wollen.

In der gleichen Ausgabe im Chancen-Teil ein Bericht über die Studie der Hochschul-Informations-Systems GmbH (HIS), bei der herausgekommen ist, was eigentlich alle schon immer gewusst haben: Die Bewilligung von Begabtenstipendien hängt zu einem großen Teil von der sozialen Herkunft ab. Die Studie ist schon ein paar Monate alt, die Zeit hat aber selbst noch ein wenig recherchiert. Aus gutem Hause (in der Online-Ausgabe lautet der Titel übrigens Begabtenförderung: Wer hat, dem wird gegeben):

Die Steuergelder für die Begabtenförderung werden vom Bundesbildungsministerium auf elf Stiftungen verteilt, die durch ihre unterschiedliche Ausrichtung das gesellschaftliche Spektrum in der Bundesrepublik widerspiegeln sollen. Bisher unveröffentlichte Einzelauswertungen aus der Studie weisen nun auf erhebliche Unterschiede zwischen den Förderwerken hin und machen die einseitige soziale Zusammensetzung der Stipendiaten einzelner Stiftungen besonders deutlich.

Während etwa bei der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung nur 43 Prozent der Stipendiaten eine »gehobene« oder »hohe« soziale Herkunft haben, beträgt der Anteil in diesen beiden Kategorien bei der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, dem katholischen Cusanuswerk und der Stiftung der deutschen Wirtschaft zwischen 75 und 80 Prozent. Aus Arbeiterfamilien kommen dort lediglich sechs Prozent.

Urheberrecht, Online-Überwachung, Bürgerrechte und Privatsphäre sind ebenfalls Themen, die mich beschäftigen. Die Münchner S-Bahn-Morde haben wieder die Forderungen nach mehr Videoüberwachung und stärkeren Sanktionen laut werden lassen. Aber anstatt mehr Videoüberwachung und schärfere Gesetze zu fordern, könnte man auch einfach mal an das naheligendste denken, nämlich Polizisten wieder auf Streife zu schicken. Dazu aus dem Kommentar Amtscourage von Volker Zastrow in der linker Umtriebe unverdächtigen Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung:

Aber die Wahrheit ist eine andere: Die Polizei hat sich aus dem öffentlichen Raum zurückgezogen, und zwar gerade dort, wo es gefährlich ist, wo die öffentlichen Verkehrsmittel Menschen verbinden und zusammenzwingen, die einander sonst aus guten Gründen aus dem Wege gehen. Nichts anderes bedeutet die feige, bigotte Forderung von Polizisten, Polizei-"Gewerkschaftern", Polizei-Psychologen und Politikern, die Gesellschaft solle gefälligst selbst für ihre Sicherheit sorgen. Zivilcourage soll die Staatsgewalt ersetzen, der Gewaltmonopolist bringt nicht einmal Amtscourage auf, flieht aus der Pflicht.

Zum Thema Sanktionen fällt mir wieder mein Studium zum Sozialpädagogen ein. Das war in der Kohl-Ära nach der Wiedervereinigung, man fing gerade an, die Gelder für Jugend- und Famlienarbeit zusammenzustreichen. Schon damals wurde vorhergesagt, dass das, was jetzt in der Prävention gespart wird, in der Zukunft hundertfach zurückgezahlt werden muss.

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Kommentare

Wie wahr wie wahr und ein sehr schöner Artikel. Aber eine schwarzgelbe Biene Maja Koalition verspricht jetzt Besserung ... oder die Hoffnung stirbt zuletzt ;-)

Gruss aus dem Norden
Andreas

Schau'n wir mal, iss' ja schließlich bald Weihnachten :)

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