Nachtrag: World Café zum Web 2.0

Ende letzten Jahres hatte ich einen Workshop auf der Veranstaltung durchgeführt (mehr dazu hier). Das Thema war Medienkompetenz im Web 2.0. Die Idee: Gemeinsam mit Weiterbildnern (Trainer, Coaches, Berater, Lehrer …) in einem World Café-Setting die Möglichkeiten des Social Webs für Weiterbildner sowohl in der Wissensvermittlung als auch für die eigene Weiterbildung und Kompetenzentwicklung erkunden.

Das World Café ist eine Form der Gruppenarbeit, in der in einer entspannten, Kaffeehaus-ähnlichen Atmosphäre in Kleingruppen an bestimmten Fragestellungen gearbeitet wird. Für den Workshop habe ich das Konzept ein wenig adaptiert: Anstatt auf Papier zu schreiben, werden die Gedanken, Ideen, Anregungen usw. je Runde entweder in einem Wiki, einem Blog oder einem Twitter-artigen Micro-Blog festgehalten. In den Gruppen haben die Teilnehmer die Möglichkeit, sich an den Rechner zu setzen, anderen bei der Nutzung von Web 2.0-Diensten zuzusehen und sich mit anderen darüber auszutauschen. Diese Form der Zusammenarbeit kommt gerade Web 2.0-unerfahrenen Teilnehmern zu gute, die sich diese Form des Austauschs und der Computernutzung erst noch erschließen wollen.

Die Teilnehmer sollten die Möglichkeit haben, Web 2.0-Werkzeuge auszuprobieren, ohne dabei befürchten zu müssen, sich der Öffentlichkeit Preis zu geben. Um das zu ermöglichen, habe ich auf einem Test-Server, dessen Zugang passwortgeschützt ist, ein Wiki, ein Weblog und einen Twitter-ähnlichen Microblogdienst installiert. Die dabei verwendete Systeme waren FosWiki, Drupal, und Status.Net (früher Laconi.ca). Damit müssen die Teilnehmer nicht in echten sozialen Netzen ihre erste Gehversuche unternehmen sondern können einem abgeschlossenen System die Dienste nach Lust und Laune ausprobieren.

Zum Ablauf: Fünf Teilnehmern sitzen jeweils als Gruppe an einem Tisch mit Laptop. In drei Gesprächsrunden können sich die Teilnehmer zu den Web 2.0-Dienste austauschen, für jede Runde stehen 15 bis 20 Minuten zur Verfügung, in der jeweils ein Thema behandelt wird (1. Runde Wikis, 2. Runde Microblogging wie Twitter, 3. Runde Weblogs). Wenn das Ende einer Runde erreicht ist wird ein Zeichen gegeben, die Teilnehmer verlassen dann ihre Gruppen und gehen zu einem Tisch. Aber nicht als geschlossene Gruppe, sondern jeder geht nach Möglichkeit zu einem anderen Tisch, bis auf eine Person. Denn eine Person bleibt für den gesamten Workshop an diesem Tisch der so genannte Gastgeber, der die neuen Tischgäste begrüßt und kurz berichtet, was in vorherigen Runde die wesentlichen Erkenntnisse waren. Als Gastgeber ermuntern man die Gäste, Ideen, Entdeckungen und tiefergehende Fragen festzuhalten.

Ich denke, der Workshop war für die Teilnehmer sehr interessant. So weit ich es beurteilen kann, wurde sich in den einzelnen Gruppen sehr intensiv ausgetauscht. Zwar kam es zu ein paar unschönen technischen Problemen mit dem WLAN-Zugang. Aber das Konzept des Workshops hat sich sehr bewährt.

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