Die Wandlung von Facebooks Datenschutzreklärung

Die Electronic Frontier Foundation hat in einer Zeitleiste die Veränderungen der Datenschutzbestimmungen von Facebook dokumentiert. 2005 hieß es noch, dass niemand auf die eigenen persönlichen Daten zugreifen kann, wenn man dem nicht explizit zugestimmt hat:

No personal information that you submit to Thefacebook will be available to any user of the Web Site who does not belong to at least one of the groups specified by you in your privacy settings.
Heute, das heißt im April 2010, gibt die EFF den Stand der Dinge wie folgt wieder:
When you connect with an application or website it will have access to General Information about you. The term General Information includes your and your friends’ names, profile pictures, gender, user IDs, connections, and any content shared using the Everyone privacy setting. ... The default privacy setting for certain types of information you post on Facebook is set to “everyone.” ... Because it takes two to connect, your privacy settings only control who can see the connection on your profile page. If you are uncomfortable with the connection being publicly available, you should consider removing (or not making) the connection.

Sobald man bei Facebook eingeloggt ist, kann man sich nicht mehr sicher sein, wer alles über einen Informationen einsammelt.

Weiterlesen: Facebook's Eroding Privacy Policy: A Timeline.

[via vowe]

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Kommentare

Trotzdem halte ich Facebook für eine der besten Social Communities...

Ich verfolge die Datenschutz-Diskussionen bei Facebook als auch bei Google inzwischen mit gemischten Gefühlen. Datenschutz ist wichtig, aber viele Techniken und vor allem Workflows können technisch nur umgesetzt werden, wenn die AGBs angepasst werden. Was Facebook macht ist meiner Ansicht teilweise genial und technisch brilliant. Der Erfolg neuer Techniken ist abhängig von der Usability. Datenschutz widerspricht aber Usability, soll sollte man zB überall verschieden Passwörter benutzen, keine übergreifenden Profils benutzen und um Gottes Willen keine Informationen einstellen.

Das Grundproblem ist aber nicht die "Sammelwut" von Facebook, sondern das Vertrauen IN Facebook. Facebook soll Daten sammeln, aber niemand "böses" darf die Daten kriegen. Wenn man Facebook daran hindert die Daten zu sammeln, verschließen wir uns genialen Lösungen, dass kann ich als Informatiker nur bestätigen. Ob der Ansatz, Facebook dürfe gar keine Daten weitergeben vernünftig ist, würde ich mit einem klaren NEIN beantworten. Ich will aber wissen, welche Daten weitergegeben werden, warum und wie oft. Hier steht Firmengeheimnis gegen Transparenz. Eine Lösung sehe ich nicht, aber das Bashing gegen Google, Facebook und Co kann auch keine Lösung sein.

Gruß aus dem Norden
Andreas

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