Schulmeister beim Medienkompetenztag in Kiel

Beim Medienkompetenztag 2010 im Landeshaus in Kiel war Rolf Schulmeister zu hören. Es war auch ein irritierender Vortrag. Dazu muss ich sagen, dass mich schon seine Arbeit zum Thema Gibt es eine »Net Generation«? irritiert hatte. Nicht, dass ich die Ergebnisse anzweifle, nur fehlen mir seine Schlussfolgerungen. Ich hatte beim Lesen eher das Gefühl, dass es ihm eine Freude war, Netz- und E-Learning-Apologeten mal einen schweren Brocken vor die Füße zu werfen. Ohne aber beispielsweise der typischen deutschen Bildungssozialisation eines kritischen Wortes zu würdigen.

Naja, jedenfalls hat sich mit dem Vortrag in Kiel mein Eindruck verstärkt, dass Schulmeister eine diebische Freude an der Provokation hat. So führte er auf einer Folie die amerikanischen Untersuchungen zum Medienkonsum verschiedener Ethnien auf, ohne das näher zu erläutern. Wenige Wochen nachdem Sarrazin mit seinen kruden Thesen in allen Medien waren.

Wenn ich mich recht erinnere, hat er besagte Studie im Rahmen seines Vortrages ein paar Slides später kurz eingeordnet und erwähnt, dess da kulturelle Eigenarten zum Tragen kommen. Aber das ging eher unter, so dass in der anschließenden Diskussion natürlich nachgefragt worden ist. Seine etwas selbstgefällige Antwort, dass er dass ja, wie die Fragestellerin sicherlich wahrgenommen hat, wenig später erläutert hatte, war erhellend.

Meine Frage, wie er sich denn das Bildungssystem in Zukunft vorstellt, also welche Lösungen er für die von ihm beschriebenen Probleme sieht, hat er leider nicht beantwortet und lieber von den über 500 Kommentaren zum aktuellen SPIEGEL-Artikel mit seiner Studie gesprochen.

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