Budgets im Forschungsfördergelderdschungel

Christiane Schulzki-Haddouti hat auf KoopTech wieder einmal ein schönes Stück Recherchearbeit veröffentlicht: Zahlenrätsel zum Innovationsstandort Deutschland. Sie wollte ermitteln, welche Forschungen mit welchen Budgets gefördert werden und dann an Hand der Budgegröße versuchen, eine politische Priorität zu ermitteln. Allerdings geben die Bundeshaushalte eine solche Aufschlüsselung nicht her und auch die Forschungsgemeinschaften haben nichts vergleichbares veröffentlicht:

Einen Überblick über das Wirken der Forschungsgemeinschaften gibt der so genannte “Monitoring-Bericht 2010” des Pakts für Forschung und Innovation. Merkwürdigerweise vermeiden es die Wissenschaftsorganisationen dort tunlichst, ihr Wirken monetär nach Forschungsbereichen aufzuschlüsseln. Man erfährt eine Menge über Frauenförderung, Zitationshäufigkeiten oder Personalentwicklung. Über einzelne Projekte wird berichtet – aber sie werden nicht in ein Forschungsprofil der jeweiligen Organisationen eingeordnet. Es wird nicht klar, wie viel Gelder in welchen Forschungsbereich fließen! Als sollte die Gebietsaufteilung zwischen den Organisationen unverhandelbar und damit unantastbar bleiben.

Christiane beschreibt in ihrem Posting, wie sie sich in journalistischer Fleißarabeit durch verschiedenste Berichte durchgearbeitet hat, um am Beispiel Energiepolitik herausbekommen zu können, wie groß die Budgets der einzelnen Bereiche sind. Am Ende sind dann zwei anschauliche Grafiken enstanden, die die deutliche Priorisierung der Kerntechnik aufzeigen:


Grafiken von Christiane Schulzki-Haddoutin/ KoopTech, Copyright: CC-by-NC-SA.

Es ist schon erstaunlich, wie schwierig es ist, eine solche Übersicht zu erhalten. Und die Vermutung, dass da Absicht dahinter stehen könnte, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Eine Debatte über die Forschung, politische Priorisierung und die Forschungsbudgets ist so nur schwer möglich.

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