Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und E-Learning

Hier geht es weiter: Projektblog AGG.

Das früher mal »Antidiskriminerungsgesetz« genannte »Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz« (AGG) ist für die Weiterbildungsbranche eine Art großer Goldklumpen. Denn Unternehmen und öffentliche Verwaltungen sind vom Gesetzgeber gezwungen, ihre Mitarbeiter in diesem Bereich zu schulen. Diese Schulungen lassen sich auch wunderbar per E-Learning vornehmen, und so sind eine ganze Reihe von Anbieter gerade dabei, E-Learning-Produkte rund um das Thema AGG zu entwickeln. Dabei spielt die Zeit eine große Rolle, da sich die Unternehmen bis spätestens zum Jahresende mit entsprechenden Schulungsprodukten eingedeckt haben werden.

Die Idee zum Projektblog AGG

Einfache E-Learning-Angebote werden sich sehr wahrscheinlich auf die juristische Darstellung des Themas beschränken. Damit wäre dem Gesetzgeber genüge getan und die Entwicklungkosten sind auf einen sehr überschaubaren Rahmen beschränkt. Allerdings erreicht man weder eine wirkliche Form der Sensibilisierung noch erhält man die Chance zu einer möglichen Verhaltensänderung. Nach einigen Gesprächen mit Kunden ist bei uns die Idee gereift, dass wir hier mit unseren Kunden zusammen etwas entwickeln möchten. D.h. von Nitor wird es in absehbarer Zeit ein Lernprogramm zum Thema »Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz« geben. Letzte Woche kam mir dann noch die Idee, parallel zur Entwicklung hier eine Art Projekt-Blog einzurichten, in dem ich regelmäßig über den Fortgang berichte. Dieser Eintrag wäre damit der Erste seiner Reihe.

Projektbezogene Blogs sind ja innerhalb von Organisationen nichts völlig neues mehr, aber ich bin gespannt, welche Erfahrungen die Führung eines öffentlichen Projekt-Blogs bringt. Und für Außenstehende wird es sicherlich auch spannend sein zu sehen, wie sich das AGG-Lernprogramm entwickelt.

Weitere Informationen zum AGG:

Es ist geschafft! EAC-zertifiziert und Comenius-besieglt. Wie angekündigt haben wir zum 27.10.2006 unser Lernprogramm zum AGG fertiggestellt. Der Titel: "Gleichbehandlung im Beruf – das AGG in der betrieblichen Praxis." Und im November hat das WBT wegen einer Gesetzesänderung schon sein erstes Update erfahren (Meldung hier im AGG-Blog). Auf der Nitor-Homepage gibt es mehr Informationen zu diesem Lernprogramm, eine Demo ist ebenfalls online verfügbar.

Kommentare

Hallo Tim,

als "Beteiligter" vielleicht eine kurze Ergänzung. Vorneweg: Dass das Gesetz zu einem "großen Goldklumpen" wird, wünsche ich natürlich aus betriebswirtschaftlicher Perspektive unseren beiden Unternehmen! Wobei ich allerdings glaube, dass sich in einigen Wochen der Rauch etwas verzogen haben wird, denn das Gesetz verpflichtet Unternehmen ja m.W. nicht zu jährlich wiederholten Schulungen.

Aber noch eine kurze Anmerkung zu Deinen Stichworten "Sensibilisierung" und "mögliche Verhaltensänderung": Hier haben solche Gesetze einfach den Nachteil, dass sie in erster Linie einen juristischen Qualifizierungsbedarf definieren. Auch dort, wo unternehmensweit und/oder individuell nicht diskriminiert wird und der/die einzelne die Grundsätze des "fair play" bereits in seinem alltäglichen Handeln umsetzt, wird geschult!! Um welche Verhaltensänderungen soll es da gehen? Es geht hier also leider nicht um einen konkret (!) festgestellten Bedarf und individuelle (!) Verhaltensänderungen!

Eine "ideale" Lösung würde vielleicht das Gesetz bei Seite legen, würde vielleicht mit den Beteiligten Regeln des Umgangs miteinander entwickeln (natürlich auf Grundlage der gesetzten Standards) und dann auf Bereichs-, Team- oder Mitarbeiterebene nach Lücken suchen.
Gruß, Jochen

Moin Jochen,

der Goldklumpen war natürlich eine Art Veranschaulichung durch arge Übertreibung. Betriebswirtschaftlich gesprochen: Organisationen müssen in diesem Bereich Investitionen tätigen (der Goldklumpen) und die Marktakteure (wie wir zwei) sehen zu, dass sie passende Produkte an den Markt bringen, um einen Teil des "Klumpens" abzubekommen. Für uns macht das übrigens betriebswirtschaftlich nur Sinn, weil sich ein Kunde an den Entwicklungskosten mit nicht unerheblichen Mitteln beteiligt.

Das Gesetzt hat sicherlich einen eher symbolischen Charakter. Wie der Blick auf andere Länder zeigt, lässt sich Diskriminierung nicht so einfach abstellen. Vielmehr kann man Änderung feststelen, weg von der offen Diskriminerung hin zu einer eher unterschwelligen Form der Benachteiligung.

Eine »ideale« Lösung würde vielleicht das Gesetz bei Seite legen, würde vielleicht mit den Beteiligten Regeln des Umgangs miteinander entwickeln (natürlich auf Grundlage der gesetzten Standards) und dann auf Bereichs-, Team- oder Mitarbeiterebene nach Lücken suchen.

Das ist ein schöner Ansatz, den ich mal im Team einwerfen werden. Ich hoffe, ich werde ziemlich offen über die Entwicklunge bei uns berichten können.

Herzliche Grüße
-Tim

[...] Mittlerweile ist auch ein erstes »Blog im Blog« dazu gekommen: Das Projektblog AGG. Es war ein erster Versuch, ein Projekt, nämlich die Entwicklung eines WBTs zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, mit einem öffentlichen Blog zu begleiten. [...]

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