Gut gemeint ist nicht gut gemacht

Letzten Donnerstag hatte ich in einem kurzen Absatz von dem Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Computerkriminalität berichtet:

Apropos Tragweite. Das Bundeskabinett hat eine Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Computerkriminalität verabschiedet. Man will dabei insbesondere »Hacking-Tools« erfassen und deren Benutzung als strafbare Handlung ahnden. Problematisch ist allerdings die Definition von »Hacking-Tool«, da letztendlich die üblichen Werkzeuge eines Systemadministrators von der Funktionalität den inkriminierten Hacking-Tools entsprechen.

Ich dachte ja, dass genauso wie die Themen Urheberrecht und Softwarepatente diese Gesetzesinitiative keinen Widerhall in den etablierten Medien finden würde. Diesmal aber hat sich dann doch SPIEGEL Online dem Thema angenommen und in einem Beitrag die Seiteneffekte dieses Gesetzes beschrieben:

  • So genannte »Hacker-Tools« werden genauso von Crackern, Hackern als auch von Systemadministratoren, Programmierern und Beratern eingesetzt.
  • »Hacker-Tools« wie Passwort-Knackprogramme werden in Intranets eingesetzt, um die Sicherheit von z.B. Passwörtern der Mitarbeiter zu validieren.
  • An »Hacker-Tools« wird man im Internet herankommen. Während ein Verbot den Kriminellen wohl eher ein müdes Achsenzucken entlockt, wird sich dagegen ein Systemadministrator in einer rechtlichen Grauzone bewegen müssen.
  • Sicherheitsfirmen, die Cracker-Attacken simulieren um Schwachstellen in Netzwerken aufzuspüren, dürften nach Intention dieses Gesetzentwurfs keine legale Möglichkeit mehr haben, ihrer Arbeit nachzugehen.

Weiterlesen bei SPIEGEL Online: "Kontraproduktiv für die IT-Sicherheit".

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