Exzellent

Barbara Kehm im Interview mit der Süddeutschen zur Exzellenzinitiative:

Bei der Exzellenz-Initiative stand nie eine gute Lehre im Fokus. Es geht um Forschung und Forschungsreputation. Hochschulen, die jetzt gefördert werden, werden sicher bald die Auswahlkriterien ihrer Studierenden verschärfen und die Studiengebühren erhöhen.

Keine schönen Aussichten. Ähnliches hat ja auch schon Michael Hartmann gesagt.

Weiterlesen bei der Süddeutschen Zeitung: »Das sind doch nicht die besten Hochschulen!«

[via seblogging]

E-Learning-Blog: 

Kommentare

Der Schlüsselsatz lautet: "Bei der Exzellenz-Initiative stand nie eine gute Lehre im Fokus." So ist es. Aber es geht beileibe nicht nur um Forschung, sondern schlicht und einfach ums Geld sparen. Ein paar Unis werden gefördert, der Rest dümpelt dahin, unterm Strich soundsoviel Prozent gespart. Das ist der eigentliche Antrieb.

Gruß
Stephan

Ich glaube sogar, dass da noch mehr hinter steckt. Ich vermute, dass die Leute, die diese ganze Exzellenz-Sache vorantreiben, von einer Art Auf- oder Umbruchstimmung getrieben sind. Das ist der Glaube an eine gute Sache, allerdings aus einer neokonservativen Sicht (Hartmann meint ja auch, dass die sicher sind, das Richtige zu tun).

Über das Gute an Eliten reden ja in der Regel nur jene, die sicher sind, eben diesen Eliten anzugehören.

Der letzte Satz ist ein Treffer! Den werde ich mir merken.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob das zutrifft: "Das ist der Glaube an eine gute Sache". Ist da nicht vielmehr blanker Zynismus im Spiel?

Ich sehe da keinen Zynismus. Wir befinden uns in einer gesellschaftlichen Umbruchphase, in der sich die verschiedensten Leute und Gruppen über die Zukunft Gedanken machen (wir zwei zum Beispiel ja auch). Und wie fast jeder Umbruch wird auch dieser durch Leitbilder bestimmt, die zwar nie belegt wurden aber dennoch widerspruchslos als gegeben hingenommen werden.

"Leistung muss sich wieder lohnen" ist einer dieser Sätze unserer Zeit, der nicht hinterfragt wird und doch so viel impliziert. Derzeit denke ich auch viel darüber nach, ob die heutigen Veränderungen nicht auch durch den Zusammenbruch des Kommunismus bedingt sind. Früher hieß es, dass bei Tarifverhandlungen immer der Osten mit am Tisch saß. D.h. der Kapitalismus hat sich zurückgehalten, um nicht der kommunistischen Kritik zu entsprechen. Keine Ahnung ob dem wirklich so ist, aber ich finde diesen Gedanken gerade ganz plausibel. Damit leben wir also in einer Phase des Neo-Kapitalsmus ;-)

Neuen Kommentar schreiben