LearnTec-Newsletter: Abschied vom Kursformat?

Die E-Learning-Branche hat es in den letzten drei Jahren nicht leicht gehabt. Es sind zwar eine Vielzahl an E-Learning-Projekten realisiert worden, doch selten konnte diese auch die an sie gestellten Erwartungen voll und ganz erfüllen.

Sieht man sich diese Projekte einmal näher an, fällt in den meisten Fällen eine gewisse Techniklastigkeit auf. Denn ein Paradagmia des modernen E-Learnings besagte ja, dass für den erfolgreichen Einsatz von E-Learning in Organisationen eine Plattform, ein Learning Management System (LMS), unabdingbar ist. Interessanter Weise sind die Budgets dann so stark mit der Implementierung solcher LMSen belastet worden, dass bei der Beschaffung oder Erstellung der eigentlichen Inhalte gespart werden musste.

Shot BMBF-Broschüre Informelles Lernen
Nun also eine Trendwende, die spätestens mit dem aktuellen LearnTec-Newsletter deutlich geworden ist:

E-Learning-Didaktik: Abschied vom Kursformat?

Während sich die lange dahinsiechende Hochschuldidaktik durch die Verbreitung von E-Learning wieder zu beleben scheint, geht es in den Unternehmen um die engere Verzahnung von Lern- und Arbeitsprozessen. In beiden Bereichen tritt der Einsatz kooperativer Features in den Vordergrund, die Grenzen zwischen Information und Lernen verschwimmen, und das an traditionellen Kursstrukturen orientierte WBT-Format verliert an Bedeutung.

Im angloamerikanischen Sprachraum ist diese Diskussion schon länger entfacht. Aber auch hier in Deutschland gibt es erstaunlich informative Veröffentlichungen zum Thema. Beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erschien bereits im Jahr 2001 die BroschüreDas informelle Lernen. Die internationale Erschließung einer bisher vernachlässigten Grundform menschlichen Lernens für das lebenslange Lernen aller. (download als PDF von der Homepage des BMBF). Und auch die Publikationen aus dem Institut für angewandte Innovationsforschung sind beachtenswert, z.B. Staudt et. al. (2002): Kompetenzentwicklung und Innovation. Die Rolle der Kompetenz bei Organisations-, Unternehmens- und Regionalentwicklung. In diesem Werk werden die Ergebnisse der Weiterbildungsbemühungen in Organisationen kritisch hinterfragt.

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