Open Access und der 2. Korb zur Urheberrechtsnovelle

Es wird gerade im wissenschaftlichen Umfeld kräftig um die Pfründe rund um den 2. Korb zur Urheberrechtsreform gekämpft. In meinen schlichten Worten beschrieben: Es geht darum, ob da jemand exklusiv mit dem Wissen aus unseren Hochschulen Geld verdienen darf. Es geht dabei um Wissen, das durch öffentliche Mittel – also vom Steuergeld – finanziert wird.

Ende April meldete sich Aktionsbündnis ,,Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" zu Wort und kritisiert die geplanten Einschränkungen zugunsten der Medienindustrie. Anfang Mai ging dann die Informationsplattform zu Open Access an den Start:

Open Access steht für den unbeschränkten und kostenlosen Zugang zu wissenschaftlichen Informationen im Internet.

Und nun die apokalyptische Bedrohung: Ohne geistiges Eigentum keine Informationsgesellschaft. Frankfurter Mahnung des VS – Verband deutscher Schriftsteller, des P.E.N.-Zentrums Deutschland und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. Da wird gegen Open Access mit mir den Atem verschlagenden Formulierungen argumentiert:

  • »... so ist es nun an Politik und Gesellschaft, das Urheberrecht zum Arbeitsrecht des 21. Jahrhunderts auszuprägen.«
  • »Nur wenn der Staat diejenigen schützt, die vervielfältigungswürdige Inhalte schaffen ...«
  • »... dass Deutschland mit dem fehlenden Respekt für geistige Schöpfungen zugleich seine Rolle als eine der führenden Kultur- und Bildungsnationen verliert.«

Um das zu verstehen, kann ein Blick in die Wikipedia helfen. Zum Beispiel die Seite über den Börsenverein:

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist ein eingetragener Verein (e. V.) mit Sitz in Frankfurt am Main, der die Interessen aller drei Handelsstufen (Verlag als herstellender Buchhandel, Zwischenbuchhandel als Großhandel, verbreitender Buchhandel als Sortimentsbuchhandel) vertritt.

Oder die Seite zum VS:

Der VS handelt zum Beispiel Normverträge mit dem deutschen Buchhandel aus, gibt Empfehlungen zu Honoraren und bietet seinen Mitgliedern zusätzliche Leistungen wie eine kostenlose Rechtsberatung und Rechtsschutz.
Dass diese zwei Unterzeichner Open Access nicht lieben werden, ist klar. Warum aber der P.E.N. sich mit vor den Karren spannen lässt, erschließt sich mir nicht. Der Wikiepedia-Eintrag liefert mir zumindest kein Indiz:
Das P.E.N.-Zentrum Deutschland ist die deutsche der Schriftstellervereinigungen, die im Internationalen P.E.N. vereint sind. Es hat seinen Sitz in Darmstadt. P.E.N. steht für Poets, Essayists, Novelists.

Aber vielleicht hat man ja den P.E.N. mit der Vorderung nach der Beibehaltung der Geräteabgaben für die VG Wort mit ins Boot holen können.

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