»Ist das heute die Geburtsstunde von Big Brother EU?«

Eine sehr schöne Frage, laute heise von einem Reporter der spanischen Zeitung El País heute den Innenministern der 27 EU-Staaten gestellt.

Dieser abstrakten Frage kann man jetzt mal den Podcast der letzten Chaosradio-Sendung zur Seite stellen. Dort gibt Martin auskunft, ein Berliner Wissenschaftler, der ein Jahr lang totalüberwacht worden ist. Unter anderem, weil das BKA ein paar Worte in seinen Veröffentlichkungen mit Google gefunden hatte.

Constanze: Hast du deine E-Mails verschlüsselt?

Martin: Also ich selber habe nie verschlüsselt, aber ich habe jetzt nach dem Aktenstudium gemerkt, dass das Sachen sind, die das BKA total heiß machen. Also eine große Begründung sozusagen für dieses Ermittlungsverfahren ist neben der Übereinstimmung von irgendwelchen Wörtern das Stichwort »konspiratives Verhalten«. Und das definieren die auch nicht, und dazu gehört alles, was... wenn irgendwie Leute versuchen ihre Privatssphäre zu schützen, also selber verschlüsseln, verschlüsselte Chats benutzen oder auch nicht den eigenen Namen im E-Mail-Header schreiben oder sowas. Da sind die total heiß drauf. Und das benutzen sie auch als Begründung.

Während der Sendung rief noch ein Hörer an, der per Zufall in eine Überwachung geraten ist, in Unersuchungshaft kam und deswegen seinen Ausbildungsplatz verloren hat.

Weiterlesen und -hören beim Chaosradio: Leben mit der Vollüberwachung: Aus dem Alltag eines Terrorverdächtigen.

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