Das Ende für Anonymisierungsdienste durch die Vorratsdatenspeicherung?

Manchmal neige ich zu Trotzreaktionen. Mit dem Durchwinken der Vorratsdatenspeicherung (VDS) hatte ich mir zu Beispiel vorgenommen, hier einen Tor-Server aufzusetzen. Nach dem, was Kai Raven dazu schreibt, ist es mit der verabschiedeten Vorratsdatenspeicherung wohl keine so gute Idee mehr:

In der Begründung wird jeder Anonymisierungsdienst als Anbieter von Telemedien- und Telekommunikationsdiensten für die Öffentlichkeit definiert, was ihn z. B. mit einem Telefonieanbieter gleichstellt und ihn somit den gleichen Vorratsdatenspeicherverpflichtungen unterwirft. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob eine direkte Endbenutzerbeziehung besteht (wie z. B. bei der Beziehung zwischen Internetnutzer - Anon-HTTP-Proxy) oder nicht (wie z. B. bei einem Tor Middleman Router, der sich in der Mitte einer Tor Router "Kette" befindet). Da er Telekommunikationsdiensteanbieter ist, über den "Straftaten mittels Telekommunikation begangen" werden können, gelten für ihn auch die erweiterten Vorratsdatenspeicherverpflichtungen des Cybercrime-Übereinkommens (s. II.)

Hier als Beispiel das geschätzte Speichervolumen nach eigenen Messungen (November 2007) des Betreibers des Tor Ausgangsrouters gpfTOR1:

Server Traffic: 2.000 KB/s im Durchschnitt
Logdaten für eine Woche: 200 GByte
Logdaten nach Entfernung nicht benötigter Inhalte: 120 GByte
Logdaten komprimiert und verschlüsselt: 20 GByte
Logdaten für 26 Wochen: 500 GByte im Durchschnitt
    

Anonymität? Im Netz? Ja, das macht Sinn. Selbst staatliche Stellen greifen gerne auf Anonymisierungsdienste, auch auf Tor, zurück. Und in Deutschland war der Anonymisierungsdienst AN.ON (ehemals JAP) sogar mal ein Förderprojekt.

Weiterlesen: ravenhorst: "We are fucked individually!"

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