Erhebung "Elektronischer Geschäftsverkehr in Mittelstand und Handwerk": E-Learning nicht gefragt

Screenshot TitelDas Netzwerk elektronischer Geschäftsverkehr hat eine Erhebung zum Thema Elektronischer Geschäftsverkehr in Mittelstand und Handwerk – ihre Erfahrungen und Wünsche durchgeführt. Aus E-Learning-Sicht sind die Ergebnisse auf den ersten Blick allerdings ernüchternd.

Weit her ist es mit der Akzeptanz oder gar dem Bedarf an E-Learning laut dieser Studie nicht. Allerdings, wenn man sich die Daten einmal etwas näher anschaut, dann fällt da ein kleiner methodischer Mangel auf. Denn die Studie zeigt, dass KMUs einen hohen Informationsbedarf haben. Und wenn man zu E-Learning nicht nur didaktisch organisierte Kurse zählt sondern auch Angebote im Sinne des informellen Lernens, dann bekommt E-Learning eine ganz neue Bedeutung.

Doch der Reihe nach. Auf Seite 4 der Studie wird aufgelistet, wofür

das Internet bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen gnetzt wird. E-Learning erscheint in dieser Aufzählung als letzter Punkt, allerdings mit einem gewissen Potenzial.

Grafik: Nutzung des Internets

Schaut man sich die Grafik zur Wichtigkeit von Angeboten an, dann erscheint auch hier der Punkt E-Learning ziemlich weit hinten. Das relativiert sich aber, wenn man sich den wichtigsten Punkt näher betrachtet: Websites mit Informationen. Hier kann man durchaus eine große Überlappung zum Bereich E-Learning apostrophieren...

Grafik: Wichtigkeit von Informations- und Beratungsangeboten

Das klassische E-Learning-Angebote nicht sonderlich gut angenommen werden, zeigt die letzte Grafik:

Grafik: Zufriedenheit mit Informations- und Beratungsangeboten

Fazit: E-Learning könnte sehr wohl eine große Rolle im Bereich der KMUs spielen, wenn man sich denn vom Paradigma eines kursbasierten E-Learning-Angebots verabschiedet und dafür auf Communities setzt.

[via KMU-Blog.]

Kommentare

Das Gelsenkirchener Institut für Arbeit und Technik (IAT) untersuchte die Haltung von kleinen und mittleren Unternehmen gegenüber E-Learning. In der Ausgabe 1/2006 der Zeitschrift Wirtschaftsbild stellen IAT-Mitarbeiter das Ergebnis vor: E-Learning ist für den Mittelstand nur interessant, wenn damit ein deutlicher und schneller Nutzen verbunden ist. Die Unternehmen nutzen die ITK noch viel zu wenig für die Schulung ihrer Mitarbeiter, so der Befund. Das liege unter anderem daran, dass das Angebot an passenden E-Learning-Produkten gering sei.

Eigentlich überrascht mich dieses Ergebnis nicht wirklich. Stehe ich dem idealistischen Bild funktionierender E-Learning-Systeme grundsätzlich sehr skeptisch gegenüber, hat dieses Thema in der nächsten Zeit nichts im Mittelstand verloren. Wenn selbst Konzerne unter E-Learning die Ansammlung Ihrer Produktbeschreibungen auf einer Intranetseite verstehen, welche sich die Mitarbeiter anzuschauen haben, um über die Produkte etwas zu lernen, ist der Entwicklungsstand in Deutschland noch meilenweit von einer Umsetzung in mittelgroße Unternehmen entfernt. Mein Tipp: Beobachten, nicht totschweigen, aber kritisch würdigen.

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