Einführung des Skywikis bei der Fraport AG

Bei Computerwoche ist ein längerer Beitrag zur Einführung des internen »Skywiki« bei der Fraport AG. Das interne Wiki der bei Fraport ist ja schon länger bekannt, hier erfährt man interessante Details zur Einführung:

  • Initiert wurde das Wiki vom Wissens-Manager Wieland Stützel. Mit der Unterstützung des Leiters für digitale Mediensysteme, Helmut Sins, wurde dann ein Wiki-Team gegründet, die aus verschiedenen Abteilungen gekommen sind: interne Kommunikation, Personalabteilung und IT.
  • Aus einer internen Online-Umfrage war bekannt, dass es Verbesserungsmöglichkeiten bei der internen Kommunikation gibt: »"Der Wissensaustausch entlang der Hierarchien ist langsam und fehleranfällig", "Das Gold in den Köpfen wird oft zurückgehalten." «
  • Das Team hat sich die Frage gestellt: »Wie kann ein Wiki die vorhandene Kommunikationslandschaft optimal ergänzen?«
  • In einem ersten Versuch wurde TWiki verwendet, aber auf Grund von Usability-Problemen wurde nach zwei Monaten mit MediaWiki als technische Basis neu gestartet.
  • Anpassungen der MediaWiki-Version an die Anforderungen der Fraport AG haben rund sechs Wochen Programierarbeit (sic!) gedauert (allerdings steht da nichst über die tatsächlichen Programmiertage).
  • Man hat das Wiki erst für alle freigeschaltet, nachdem die selbst gesteckte Marke von 500 Artikeln im Wiki erreicht wurde.
  • Das Wiki-Team macht internes Marketing, unterstützt die Kollegen und beobachtet genau, welche Probleme und Erfolge es gibt. Und es fegt immer ein wenig hinterher:
    Das zunächst für Auswahl und Einführung zusammengestellte Wiki-Team wurde dauerhaft installiert, erweitert um einen zweiten Mitarbeiter aus der Abteilung Wissens-Management. Hauptaufgabe ist jetzt die laufende technische Hilfestellung und aktives Marketing für die Inhalte. Jeden Montag ist Redaktionssitzung. Da werden die neuen Artikel gesichtet und kurz überprüft: Wo gehören sie hin? Sind sie richtig verschlagwortet? Wie relevant sind sie für die Fraport-Belegschaft? Ein "Artikel des Monats", im System gekennzeichnet mit einem kleinen Wikinger, wird in der Mitarbeiterzeitung ausdrücklich zur Lektüre empfohlen. Im Wochenrhythmus werden weitere Artikel im Intranet beworben, erst kürzlich regte ein zweiseitiger Artikel im internen Printmedium wieder zum Mitmachen an.

Weiterlesen bei Computerwoche.de: Wie man ein Firmen-Wiki zum Laufen bringt.

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Kommentare

Was ich denke ein falscher Ansatz ist: "eine Benutzeroberfläche, die sich an der Corporate Identity (CI) von Fraport orientiert;" - ja mein Gott ein Logo links oben, ein wenig Farben anpassen - das ist ja nix großartiges - je weiter das im Fokus ist, desdo weniger scheinen mir Leute Ahnung von Wikis zu haben. Es ist ja ein Werkzeug. Dann "englisch" als Problem bei einer internationalen Firma wie FRAPORT? Wer da kein englisch kann hat da ja auch kaum was zu suchen?

Und dann wählen sie natürlich "Mediawiki"- das Wki mit den wenigsten Features das am ungeeignetsten für den internen Einsatz ist. Das kommt halt dabei heraus, wenn man keine Ahnung hat und sowas nur intern managed, nachdem man sich schon mit Twiki die Finger verbrannt hat. Hätte ich denen auch vorher sagen können. Zahllose Plugins ist auch falsch. Mediawiki hat eigentlich kaum Plugins im Vergleich zu MoinMoin oder Oddmuse. Und mit der Vorgabe das es möglichst billig war sind sie so umgegangen das sie 6 Wochen Fein-Tuning in Stylesheets gesteckt haben? OMG!

Interessant finde ich, das immer wieder versucht wird Wikis in etablierte Schemata einzubauen - also nicht zu sehen wie diese radikal neues Denken fördern, sondern sie zu beschneiden und die Kernprinzipien so lange kaputtzumachen, bis ihr eigentlicher Sinn verloren ist.

Und jeden Montag Redaktionssitzung für ein Wiki? Ein Wiki ist ja dafür das, das es sowas NICHT geben muss. Also Ziel verfehlt. Jetzt wollen andere Abteilungen ein eigenes Wiki - aber da MediaWiki kein Wikifarming erlaubt mit geteilten Logins will man das lieber nicht.

Was lernen wir daraus? Nicht einfach nur draufloswurschteln, sondern vorher mal Experten fragen. Komischerweise glauben viele bei Wikis ist halt alles umsonst und man kann es einfach so machen.

Thilo

Moin Thilo,

dass die Anpassungen des Wikis sechs Wochen in Anspruch genommen haben hatte mich auch gewundert. Aber ich glaube nicht, dass es echte 35 Programmiertage gewesen sind... zumindest kann ich mir es nicht vorstellen. Dass beim Wiki-System die Wahl auf MediaWiki viel, ist nicht verwunderlich. Dass es aussieht wie Wikipedia ist ungemein nützlich, um Bedenken abzubauen. Läuft ein solches Wiki einmal, dann schaut man sich quasi als weiteren Evolutionsschritt andere Wiki-Systeme an.

Was lernen wir daraus? Nicht einfach nur draufloswurschteln, sondern vorher mal Experten fragen. Komischerweise glauben viele bei Wikis ist halt alles umsonst und man kann es einfach so machen.

Ich denke, dass ist etwas ganz natürliches. Da gibt es ein System, dafür muss man nicht einmal etwas bezahlen. Das probiert man dann halt einfach aus. Diese Neugierde finde ich klasse. Allerdiings ist dann vielen bei der Einführung des Wiki-Prinzip gar nicht bewusst, dass man damit in erster Linie einen Organisationsentwicklungsprozess anstößt.

Da muss ich nun doch mal widersprechen: MediaWiki mag vielleicht nicht die Usability von DokuWiki haben, aber der Bekanntheitsgrad und die damit verbundenen niedrigen Berührungsängste sollten imo auch nicht unterschätzt werden.

Außerdem beherrscht MediaWiki sehr wohl den Betrieb mehrerer Installationen (http://www.steverumberg.com/wiki/index.php/WikiHelp) und bietet eine Fülle von Erweiterungen (http://www.mediawiki.org/wiki/Extension_Matrix)

[...] sich beispielsweise ein elektronisches Projektablagesystem als besser erwies.” (siehe auch Tim Schlotfeldt) Elisabeth Wagner, computerwoche.de, 4 Juli [...]

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