Tech blogging: Back to the Basics?

Robert Scoble hat ein wenig über Tech blogging gerantet, vor allem auch über sein eigenes Blogging-Verhalten. An den etlichen Kommentaren kann man erkennen, dass er bei vielen einen Nerv getroffen hat, mich eingeschlossen. Wenn ich meine Feeds durchgehe (die ich übrigens aus so spießigen Datenschutzgründen gerade nicht Google anvertraue) kommen mir manche Berichte über Dienste, Programme und Anbieter arg unreflektiert vor. Wenn man Rivva verfolgt, kann man mitunter den Eindruck gewinnen, dass es bei bestimmten Themen in erster Linie darum geht, möglichst früh etwas zu veröffentlichen. Oder die eigene Neugründung möglichst in den Fokus zu bringen. Das ist übrigens auch etwas, was mich an Barcamps in Deutschland gestört hat: diese Konzentration auf Start-Ups und das in meinen Augen viel zu stark in den Fokus gerückte Sponsoring solcher Veranstaltungen.

Apropos Start-Ups: Weiß jemand, wie man seinen Account und damit seine persönlichen Daten bei Shoppero löschen kann? Ich hatte mir den Dienst mal aus Neugierde angesehen, dann aber nie benutzt. Nun versuche ich meinen Account zu löschen. Das geht nicht. Zwei E-Mails blieben unbeantwortet. Und die derzeit angegebene Telefonnummer im Impressum funktioniert (zumindest heute) nicht. So etwas nervt.

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Kommentare

Mich erinnert das sehr stark an Web 1.0-Slashdot. Slashdot.org galt und gilt immer noch als Gerüchteküche der Techszene: "Irgendwer hat gesagt das bla..." So war Salshdot oftmals erster aber nicht besser. In Deutschland ist das auch bei heise.de so - mit Ausnahme einiger weniger Journalisten oder Themen wird da viel heisse Luft produziert. Und eben auch in den Blogs. Ich denke da ist zum einen die Neugier - und dann aber auch die "Gier nach Neuem" - um es mal anders zu betonen. "Gier" aber ist kein guter Ratgeber.

Das ist aber eine Zeitkrankheit - Neu der Neuhheit willen. So widmet man sich kaum tiefergehenden Überlegungen. Viele der technischen Innovationen die besprochen werden sind daher im Kern nicht neu, sondern eine neu Programmiersprache, Verbesserungen, Veränderungen, lustige Ideen. Aber was braucht man wirklich um "den Job zu erledigen"? Und welche Implikationen haben Technologien wie das iPhone auf unser Leben? Solche Fragen werden gerne hintenangestellt. Alless was passiert ist gut oder muss ja gut sein. Das einzige wo sich viele einig sind ist das Google böse ist - komischerweise haben sie da aber keine Bedenken gleichartige Dienste zu nutzen.

Für Zweifel bleibt eben keine Zeit - genau so schnell werden aber manchen Technologien wie eine heisse Kartoffel fallengelassen, die durchaus innovativ waren oder sind. Innovation um ihrer selbst willen ist aber von dem Ansatz her eher modern als postmodern, wenn man postmodern als das definiert, das nach der klassischen Moderne folgt. Diese Moderne selbst hat einen Wegwerf-Ansatz, der eigentlich auch im Hinblick auf den Umweltschutz und der Problematik neuer Technologien und neuer Wirkstoffe zweifelhaft wirkt. Oft ist es eher eine Umwälzung - so wie Ruby Ideen von Smalltalk wieder aufwärmt die vor Jahrzehnten als falsch verworfen wurden.

Insofern würde ich für einen echt postmodernen Ansatz plädieren, der eben nicht im Modernen schlechthin die Lösung aller Dinge sieht, sondern einen neuen, nachhaltigen Ansatz - der nicht modern Technologien als Mittelpunkt hat. Da stoßen wir sprachlich an Grenzen. Wahr ist vermutlich das wir entsprechende Rezepte eher in alten Philosophien finden werden. So wird das, was modern ist unmodern und das, was unmodern war könnte "modern" im heutigen Sinne werden. Dem zugrunde läge dann ein eher inkrementelles Verständnis von Wandel.

Moin Thilo,

danke für deinen Kommentar. Ich habe mich schwer mit einer Antwort getan, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich alle deine Aspekte auch erfasst habe. Aber ich schreibe einfach mal drauflos ... Zumindest hast du ein ähnlich unbehagliches Gefühl, wenn man sieht, wie Tech-Themen von den (Micro-) Bloggern behandelt werden.

Ich mache das Phänomen ja auch an der (Ziel-) Gruppe fest. Web 2.0 wird von einer Menge Menschen aus dem Kommunikations- und Agenturbereich bevölkert. Da werden lustvoll die neuen Möglichkeiten auch nach neuen Arbeitsbereichen ausprobiert. Was diese Gruppe ebenfalls auszeichnet: Sie ist verdammt klein. Wenn ich mir so die populären Blogs, Twitterer und Laconisten ansehe, dann trifft man immer wieder auf die gleichen Leute. Die Masse dagegen lehnt sich zurück und wartet daruf, welche Dienste sich als wirklich sinnvoll erweisen.

-Tim

Gerade bei Twitter kommen mir so meine ZWeifel. Ich finds eigentlich für diese Fälle praktisch:

1. Auf einer Konferenz mit eigenem Microblogging-Dienst
2. Bei current events dito

Ansonsten ist es mir eigentlich zu anstrengend ständig diese kleinen Textbytes von irgendwem zu verfolgen. Sehe da auch den Bezug zu diesem Artikel: http://www.theatlantic.com/doc/200807/google

Immer schneller und kürzer - da gibt es auch Grenzen. Was wir eher brauchen ist Hilfe die Inhalte zu verarbeiten.

Ja, momentan befinde ich mich auch in so einer Phase, dass ich den Twitter-Feeds nicht folgen kann oder mag. Aber ich dann schiebe ich Twitter auch einfach beiseite ;-)

Twitter bzw. Microblogging finde ich übrigens auch für die interne Unternehmenskommunikation sehr interessant.

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