Google Knol: Der Periodika-Killer?

Letzten Dezember hatte ich mich gefragt, wozu Google Knol denn eigentlich gut sein soll. Knol ist gern in Konkurrenz zur Wikipedia gesetzt worden. Dem ist mitnichten so, denn das kollaborative Arbeiten wird mit Googles neuer Plattform gar nicht ermöglicht. Knol ist kein Wiki und keine Konkurrenz zu Wikipedia. Ich sehe in Google Knol viel eher eine nicht ungefährliche Konkurrenz für die wissenschaftlichen Verlage mit ihren Periodika. Knol bietet nämlich genau das, was Wissenschaftsjournale bieten:

  • Autoren-Orientierung
  • Peer-Review
  • Reputation

Und zwar kostenlos. Und zu einer offenen Lizenz (wenn man mal die Problematik der Doppellizenzierung, mit der sich Google besondere Freiheiten herausnimmt, außen vor lässt).

Wenn sich das in den U.S.A durchsetzen sollte kommen auf die Wissenschaftsverlage schwere Zeiten zu.

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Kommentare

Ich sehe das auch so, die ganzen Wikipedia-Konkurrenz Artikel sind ziemlicher Blödsinn, nur weil man bei Knol informative Inhalte publizieren kann, hat das noch lange nichts mit einer kollektiven Enzyklopädie zu tun.

Die Reputation des einzelnen Autoren wird langfristig im Mittelpunkt stehen wodurch auch Spam und Werbung recht weit in den Hintergrund gedrängt werden sollte.

Google schafft neue bzw. zerstört alte Businessmodelle

Hallo Tim,
ich vermute Google schafft einfach neue Dienste im Netz und zeigt was möglich ist. Knol ist nicht Wikipedia und soll es bestimmt auch nicht sein, aber Knol wird das Verlagswesen das Fürchten lehren, genauso wie GMX sein E-Mail Angebot ändern musste, die Newsseiten wegen Googlenews ihre Angebote anpassen mussten und Web-Analyse Dienste jetzt Konkurrenz von Google Trends for Websites erhält. Google bietet dabei immer kostenlose Dienste an, wo es bisher etablierte Businessmodelle gab. Warum Google das macht und wie sie es finanzieren, weiss ich nicht, aber Google macht das immer sehr gut. Google fällt es dabei auch leicht, da die Daten perfekt kombiniert werden könnnen. Jede Konkurrenz muss für qualitativ gleichwertige Lösungen, extrem höheren Kosten kalkulieren und kann gegen "Null Euro" Dienste, auch keine Einnahmen verlangen. Wenn Goggle so weiter macht, wird es bald kein Internet mehr geben, sondern nur noch ein Googlenet. Leider ist aber Google, die einzige Firma, die das Internet auch wirklich versteht, trotzdem bereitet mit Google Sorgen.

Gruss aus Lübeck
Andreas

Moin Andreas,

im Prinzip finde ich jeden Dienst unterstützenswert, der den offenen Austausch von Wissen propagiert. Mit offen meine ich auch, dass man die veröffentlichten Informationen weiterverwenden und nicht nur konsumieren kann. Gerade da ist Google Knol vorbildlich, weil es die Creative Commons-Lizenz fördert. Und da Google Knol als Subdomain von Googles eigenem Page Rank profitiert, wird es für viele Menschen interessant sein, dort zu publizieren. Sehr gefährlich für die Periodika.

Mir ging es in dem Post eigentlich nur darum, diese merkwürdige Wikipedia-Killer-Debatte aufs Korn zu nehmen. Ja, und ein leicht ungutes Gefühl Google gegenüber bleibt...

Schön Grüße in die Nachbarstadt
-Tim

Knol unterstützt Kooperation

Dass kollaboratives Arbeiten in Google Knols nicht unterstützt wird, ist nicht richtig. Siehe Collaboration in knols

Ja, es ist kein Wiki. Na und? Ist das ein Grund warum es keine Konkurrenz zu Wikipedia sein soll? Die Welt ist komplizierter - vielleicht sind nicht nur Wiki für das kooperatives Arbeiten geeignet? Sicherlich sind Wiki derzeit für uns das bekannteste und erfolgreichste Modell für kooperatives Arbeiten im Netz. Aber man/frau sollte offen sein für andere Kooperationsmodelle.

Sicherlich habe ich auch meine Kritiken am Konzept von Google Knols. Aber die Idee einer offenen, moderierten und geschlossenen (besser: eingeladenen) Kooperation bei gleichzeitiger verantwortlicher Autorenschaft gefällt mir sehr gut. Google Knols hat da (leider?) gegenüber anderen Modellen einige Vorteile: siehe meinen Beitrag Google Knols versus Wikipedia. (Allerdings bin ich jetzt nicht mehr ganz so angetan vom Knols Konzept, da ich im Wikipediamodell beim genaueren Hinsehen jetzt andere Vorteile bemerkt habe. Ich hoffe, dass ich bald dazukomme, das nieder zu schreiben.)

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Normalerweise komme ich leider nicht zum Lesen von Blogs, aber das ist der Vorteil wenn man im Urlaub ist ;-)

Liebe Grüße aus sonnigen Krems

Mmh, ich weiß nicht. Eine Text- oder eine Worddatei kann ebenfalls von mehreren Autoren bearbeitet werden. Wird dann auch schon von einem kollaborativen Tun gesprochen? Bei Knol bin ich mir eben auch nicht sicher. Aber es wird sich hoffentlich bald herauskristallisieren, wie Knol von den Nutzern benutzt wird. Autoren-Orientiertheit oder eher gemeinschaftliches Erstellen von Dokumenten...

Es wird spannend sein, die Entwicklung von Knol zu beobachten, welche Formen des Informationsaustausches mit dieser Plattform angesprochen werden. Und ich denke, dass ein weiteres wesentliches Unterscheidungsmerkmal zur Wikipedia deren »neutraler Standpunkt« ist. Das gibt einem als Leser doch zumindest die grobe Hoffnung, dass ein Gegenstand möglichst umfassend betrachtet wird.

Ich wünsche Ihnen noch viele sonnige Tage in Ihrem Urlaub aus dem nicht ganz so verwöhnten Schleswig-Holstein ;-)

-Tim Schlotfeldt

Google-Knol kann sich dann zu einer Rakete entwickeln, wenn es in Google-üblicher Art perfektioniert wurde. In der jetztigen Version gibt es keine Suchbarkeit und offenbar werden die Artikel in den Ergebnislisten von Google auch nicht angezeigt.

Interessant ist der Gedanke, dass Google den wissenschaftlichen Fachverlagen das Wasser abgraben könnte. Das akademische und intellektuelle Potential ist bei den Mitarbeitern von Google sicher wuchtig vorhanden. In diese Linie könnte auch passen, dass das Internet bisher immer Wissensmonopole (zB. von Printmedien und Maklern) geknackt hat. Diese Verlage leben in einer Nische, die vielleicht von Google geknackt werden könnte. Spannend zu sehen, was die Zeit so bringt

Was unterscheidet eigentlich Knol von den herkömmlichen Artikelverzeichnissen wie z.B. www.Online-Artikel.de?

Meiner Meinung nach nichts. Ich denke Google wollte Wiki Parole bieten und hat aus irgend einem Grund den Schwanz eingezogen.

Echt Traurig! Eine Alternative zu Wiki hätte mir sehr gefallen, da Wiki sich immer mehr zur einer geschlossenen Community mausert.

Ich bin sehr gespannt was das werden soll, gerade was die Entwicklung von Knol angeht.Konkurrenz zur Wikipedia das sehe ich nicht so, bzw. würde ich von so einem Riesen wie Google auch nicht gerade so gut finden.

Timo Rimpel

fullseo.de

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