VG Wort hat illegaler Weise Gelder an Verlage ausgeschüttet

VG Wort (Verwertungsgesellschaft Wort) verwaltet die Tantiemen aus Zweitverwertungsrechten an Sprachwerken für Autoren. Diese Verwertungsgesellschaft hat in der Vergangenheit ohne Auftrag die Hälfte der eingenommenen Tantiemen (2012 mindestens 65,19 Mio Euro) einfach so an Verlage ausgeschüttet.

Ein „verrückter Verwaltungsjurist“, Martin  Vogel, hat sich auf den Klageweg gemacht, um diese Praxis zu beenden und nun final vom Bundesgerichtshof Recht bekommen. Hintergründe zu seinen Vorwürfen im Blog von Stefan Niggemeier vom 24.11.2013: Die VG Wort enteignet Urheber, vernebelt die klare Rechtslage und spielt auf Zeit.

Die Pressemitteilung des BGH lautet unmissverständlich „Keine pauschale Beteiligung von Verlagen an den Einnahmen der VG Wort“. Etwas ausführlicher dazu Wolfgang Michael in seinem Blogbeitrag  „Wem gehört das Geld der VG Wort?“:

Nun hätte man sich den Prozess und das Urteil des BGH wirklich sparen können, wenn die Beteiligten vorher ihren Verstand benutzt hätten. Im Urheberrecht steht nämlich ausdrücklich, was der BGH den Prozessbeteiligten jetzt noch einmal in aller Klarheit auseinandersetzte. Warum, so könnte man fragen, war das Offensichtliche den Funktionären der Verwertungsgesellschaft (darunter sicherlich auch exzellente Juristen) so schwer zu vermitteln?

Der Hauptgrund ist wohl, dass selbst die Gewerkschaftsvertreter, die eigentlich ihre Mitglieder (die Urheber) mit ganzer Kraft vertreten sollten, die rechtswidrige Verteilungspraxis der VG Wort jahrelang gedeckt, gerechtfertigt und mit Klauen und Zähnen verteidigt haben.

Die anderen Verwertungsgesellschaft scheinen ähnlich merkwürdig gelagerte Ausschüttungspraxen zu haben und müssen sich wohl neu sortieren.

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