E-Learning im Mittelstand: Online-Communities

[Logo] E-Learning TuxMittelständische Unternehmen und Organisationen haben es im Vergleich zu Großunternehmen schwer. Der relative Aufwand bei der Nutzung von E-Learning ist im Vergleich zu Konzernen wesentlich höher. Ursache sind beim derzeitigen Paradigma der enorme Investionsaufwand in Form von Learning Management Systemen, individuell produzierten Web Based Trainings und natürlich den Mitarbeiterschulungen zum Thema "Mit E-Learning richtig lernen", die Selbstlernkompetenz und und Medienkompetenz beinhalten.

E-Learning, so wie es bisher verstanden und exerziert worden ist, wird nur in sehr großen Organisationen und Unternehmen bestehen können. Konzepte zur Einführung von E-Learning stammen aus diesem Bereich. Diese Konzepte wurden bei der Adaption für mittelständische Unternehmen und Organisationen leider nicht an die innerbetrieblichen Realitäten angepasst. Ihr Scheitern war damit zwangsläufig. Denn was benötigt wird sind schlanke, wesentlich effizientere Lösungen.

Ein Lösungansatz wird in jüngerer Zeit verstärkt propagiert: Keine teuren Learning Management Systeme, keine teuren Individualproduktionen von Trainings mehr! Statt dessen hin zu einem vernetzten (kollaborativen) Lernen angereichert um Aspekte des Wissensmanagement. Diese Tendenz lässt sich beispielsweise am neuen Buch Content Management Systeme in e-Education von Peter Baumgartner und seinen Kollegen ablesen. Aber auch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat schon vor zwei Jahren begonnen, sich dieses Themas anzunehmen. Unter anderem wird dort in den Online-Communities großes Potenzial für die Weiterbildung in mittelständischen Unternehmen und Organisationen gesehen. Konkret bieten Communities Lösungen für die wesentlichen Anforderungen -- informieren, kommunizieren, lernen -- an die heutige Mitarbeiterweiterbildung: kollaboratives, teamorientiertes Lernen, Wissensteilung und konkrete Problemlösung.

Der Nutzen für Unternehmen und Organisationen:

  • Nutzer üben sich im Umgang mit Veränderungen
  • Nutzer lernen den selbständigen Erwerb von Wissen
  • Nutzer Erwerben Sozialkompetenz (aka Teamfähigkeit)
  • Nutzer lernen sich auszutauschen
  • Unternehmen profitieren von einer höheren Produktivität
  • Unternehmen profitieren vom gespeicherten Wissen
  • Unternehmen profitieren von mehr Innovativität
  • Unternehmen profitieren vom besseren strategischen Denken

Doch E-Learning ist ein immer noch recht neues Instrument der Weiterbildung. Dementsprechend gering sind die Erfahrungen der meisten mittelständischen Unternehmen und Organisationen.

Die Anforderungen an Management und Mitarbeiter steigen. Unternehmen müssen klare Strukturen und Rahmenbedingungen schaffen, damit der Einsatz von E-Learning funktioniert und angenommen wird. Ds bedeutet:

  • klare Regelungen für Lernzeit und Arbeitszeit
  • intensive Lernbegleitung (Coaching)
  • dem informellen, selbstgesteuerten Lernen klare Strukturen geben
    durch klassische Weiterbildungsmaßnahmen
  • genaue Planung und Umsetzung eines individuellen didaktischen Konzepts
  • organisatorische Einbindung von E-Lerning-Werkzeugen in den
    Arbeitsalltag

Mehr zu diesem Thema: Zinke, Gert: eLearning für KMU -- Wie geht das? In: Loebe, H. & Severing, E. (Hrsg.): E-Learning für die betriebliche Praxis, Reihe Wirtschaft und Weiterbildung, Band 30 Bielefeld: 2003

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