Nachtrag eLearning Day 2006

Mit etwas Verspätung ein kurzer Bericht zum eLearning Day 2006 an der FH Wedel. Jochen Robes, der dort Vortragender war, hat in seinem Weiterbildungsblog schon über die Veranstaltung geschrieben und ich kann ihm nur zustimmen. Die Atmosphäre an der Fachhochschule in Wedel war angenehm entspannt. Vielleicht lag es ja auch daran, dass dies eine private Hochschule ist (interessant, Hamburgs Hochschulen ziehen mit den gerade beschlossenen Studiengebühren von 500 EUR pro Semester fast gleich).

Erster Vortragender war Ulrich Schmid vom Multimedia Kontor Hamburg. Er berichtete über den Stand der Vernetzung der sech öffentlichen Hochschulen in Hamburg. Aus seiner Liste mit den sechs Erfolgsfaktoren lässt sich auch ein wenig herauslesen, wie schwierig es mitunter sein kann, ein solches Projekt im Hochschulverbund durchzuziehen:

  • Politische Vorgaben
  • Incentives und Reglementierung
  • Sichtbare Vorteile
  • Wahrnung oder stärkung der Autonomie
  • Intensive Koordination
  • Not und Mangel ;-)

Birgit Gaiser stellte die Plattform e-teaching.org vor. Mit dieser Community-Plattform will man die Medienkompetenz der Hochschullehrenden stärken (ich hoffe, ich habe es nicht zu verkürzt wiedergegeben). Man hat sich da das eine oder andere Gute bei OpenBC abgeschaut, was ja nur von Vorteil sein kann. Allerdings ist es als Außenstehender nicht möglich, in alle Bereich hineinzusehen. Momentan wirkt es auf mich ein wenig wie ein kleiner Walled Garden. Ich hoffe, da tut sich noch was, denn für die Hochschullehre wäre es sicherlich nicht verkehrt, wenn e-teaching.org seinem Ziel näher kommt.

Jens Waldig hat einen interessanten Werdegang. Zunächst an der FH Wedel Wirtschaftsinformatik studiert und als SAP-Berater gearbeitet, hat er dann in Wien eine klassische Gesangsausbildung genossen. Mit seiner Affinität zur IT hat er dann das Projekt e-vocal initiert, im Grunde ein Blended Learning-Konzept für die Gesangsausbildung. Bestechend finde ich dabei den technisch pragmatischen Ansatz, möglichst auf Standardsoftware und Open Source-Software zu setzen.

Das ist übrigens schon das zweite E-Learning-Projekt aus der klassischen Musik, das ich in diesem Jahr kennen gelernt habe. Während der CeBit wurde beim »Tag des E-Learning« ein Hannoveraner Projekt vorgestellt, bei dem Dirigent und Kammermusiker (in Ausbildung) gemeinsam per Internet-Video proben können. Das sind beides Projekte, bei denen sich mir der individuelle Nutzen für die Anwender sofort erschließt.

Der Themenblock »Contenterstellung durch Communities« mit den Beiträgen von Patricia Arnold zu Communities of Practice, Jochen Robes zu Social Software und Jakob Voß war dank der Vortragenden sehr kurzweilig, für mich bot sich da allerdings nichts neues. Was man trotz des allgemeinen Interesses immer noch nicht findet, sind wirkliche Praxisberichte. Auch wir von Nitor können so etwas noch nicht vorweisen – aber wir arbeiten daran ;-)

Update: Mittlerweile sind die Unterlagen zu den Vorträgen (.ppt bzw. .pdf) zur Verfügung gestellt worden.