Web 2.0, Bildung und staatliche Förderung - geht das zusammen?

Interessant sind die Beiträge von Jan Schmidt und Jochen Robes über den Bericht der Expertenkommission Bildung mit neuen Medien: »Web 2.0: Strategievorschläge zur Stärkung von Bildung und Innovation in Deutschland«. Als ich vom Thema zum ersten mal gelesen hatte, musste ich ja fast ausrufen: »Oxymoron! Oxymoron!«

Web 2.0, dass ist nicht einfach das Mitmach-Web. Das ist eher eine Graswurzelbwegung, in ihrer Bedeutung viel mehr mit Gutenbergs Buchdruck vergleichbar. Hier werden tradierte Informations- und Machtstrukturen einfach aufgelöst. Die braucht niemand mehr. Darum stelle ich mir auch eine klassische, hierarchiegebundene Förderung nicht sehr erfolgreich vor.

Aus dem Bericht der Expertenkommission:

Es geht nicht mehr um bloßes Konsumieren von Information, sondern um aktive Gestaltung von Inhalten, um Kommunikation, um gemeinsames Arbeiten und um soziale Interaktion in Gemeinschaften. Dies führt zu partizipativen Nutzungsformen, die aber auf Seiten der Nutzer besondere Autonomie und Mitbestimmung voraussetzen.

Spannend wird es zu sehen, wie Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung mit diesem neuen System klar kommen und klar kommen wollen. Es wird sicherlich nichts bringen, den T-Systems, Siemens und SAPs dieser Republik weitere Millionen in die Hand zu geben um Leuchtturmprojekte à la Quaero, Theseus oder Toll Collect aus dem Boden zu stampfen. Was gefragt ist, ist die Menschen zu Kreativität und Selbständigkeit zu ermuntern und sie Dinge ausprobieren zu lassen.

Ach ja, und im Bildungsbereich können wir jetzt mal ernsthaft über die Anerkennung von informellen Bildungsprozessen nachdenken. Denn sonst ist das ganze Web 2.0 im Bildungsbereich ziemlich sinnlos.

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