Soziale Auslese im deutschen (Hoch-) Schulsystem

Bei Telepolis hat sich Autor Thorsten Stegemann einmal näher mit der über 500 Seiten starken »18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes« auseinandergesetzt. Dabei sind keine wirklich neuen Erkenntnisse herausgekommen, wie Stegemann schreibt, aber es wird die derzeitige Situation mit ziemlich drastischen Zahlen beschrieben. Ich hoffe, das treibt den Leuten, die immer verächtlich zu den U.S.A blicken, die Schamesröte ins Gesicht:

Von 100 Akademikerkindern können immerhin 83 ein Hochschulstudium aufnehmen. Von 100 Kindern aus den sogenannten bildungsfernen Familien schaffen es nur 23. Wer aus einer Beamtenfamilie stammt, in der mindestens ein Elternteil eine akademische Ausbildung genossen hat, bekommt demnach eine fünfeinhalb Mal so hohe Bildungschance wie gleichaltrige und vielleicht talentiertere Kinder aus Arbeiterfamilien.

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Ähnliches gilt für die schleichende Erhöhung von Rückmeldungs- oder Verwaltungsgebühren, die an vielen Hochschulstandorten längst selbstverständlich geworden ist. Vor diesem Hintergrund wird schnell klar, warum sich der bereits seit einigen Jahren offenkundige Trend zum Teilzeitstudium ungebremst fortsetzt. Während 1991 noch 87 Prozent aller Neu-Akademiker als Vollzeitstudierende eingestuft werden konnten, sind es jetzt nur noch 75 Prozent. Der Anteil der Teilzeitstudenten hat sich derweil fast verdoppelt.

Passend dazu auch Jochen Robes Hinweis auf einen Beitrag von Dieter Dohmen und Juliane Günzel: Deutschlands Bildungssystem im internationalen Vergleich vor dem Hintergrund der technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands (PDF).

Weiterlesen bei Telepolis: Soziale Auslese für Fortgeschrittene.

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