Tim Schlotfeldts Blog – Digitalisierung im Kopf, Open Source im Herzen

Ich bin so müde: Vorratsdatenspeicherung 2015

Es ist so ermüdend und frustierend zu sehen, wie die Politik erneut versucht, die Vorratsdatenspeicherung einzuführen und den Menschen, deren Vertreter sie sind, ins Gesicht lügen. Die Argumente zum Thema haben sich in all den Jahren nicht geändert, es gibt keine guten Gründe für die Vorratsdatenspeicherung. Im Gegenteil, es gibt mittlerweile Urteile vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe und dem EU-Gerichtshof in Luxemburg, die beide die Vorratsdatenspeicherung verworfen haben.

Aber das scheint in weiten Teilen der deutschen Politik niemanden zu interessieren. Statt dessen baut man fröhlich an einem neuen Versuch der Einführung einer solchen, diesmal unter dem Namen „Höchstspeicherfrist für Verkehrsdaten“. Okay, jetzt will man nur noch zweieinhalb Monate speichern. Aber dafür will man alles speichern. Auch die Daten von Anwälten und Ärzten, ausgenommen sind lediglich soziale und kirchliche Einrichtungen der Telefonseelsorge. Ärzte, Steuerberater oder Anwälte sollen also genauso in die Überwachung mit einbezogen werden wie kirchliche Einrichtungen, die keine anonyme Telefonseelsorge betreiben. Was für eine Ausnahme!

Und dann die Konzentration auf schwerste Straftaten (oder schwere, da ist man sich wohl nicht so ganz einig). Da fallen dann auch die Dealer um die Ecke darunter sowie, wie Herbert Prantl in einem Kommentar der Süddeutschen Zeitung schreibt:

Dies geschieht mit dem Trick, dass auf die Vorratsdaten auch bei leichten Delikten zugegriffen werden kann, wenn diese leichten Delikte schwere Straftaten angeblich vorbereiten. Das heißt: Es können die Vorratsdaten auch genutzt werden, wenn einer ohne Fahrkarte S-Bahn fährt; man muss das nur als Vorbereitung für eine schwere Straftat deklarieren.

Probleme mit der Samuns 840 Evo oder doch mit dem Dateisystem?

Ich habe zu Hause seit ca. einem Jahr einen Server mit einer 250GB-SSD und einer 3TB-Festplatte laufen. Ber der SSD handelt es sich um die Samsung 840 Evo, die in der Vergangenheit durch Performance-Probleme aufgefallen war (siehe z.B. heise: Samsung arbeitet an Patch für 840-Evo-Firmware). Seit einiger Zeit treten bei mir nun ebenfalls mit dieser SSD Probleme auf, ich bin mir aber nicht sicher ob es an der Hardware, dem Dateisystem oder an etwas anderem liegt. Die Symptome passen nicht so richtig zu dem bekannten Problem ds Samsung-Gerätes.

Kurz zum Aufbau des Systems: Auf derm Server ist ein Arch Linux installiert, die Festplatten  sind mit dm-crypt verschlüsselt un die verschlüsselten Container sind mit dem Dateisystem btrfs bespielt. Für die SSD ist TRIM aktiviert.

Das hat eine ganze Zeit wunderbar funktioniert. Bis vor ein paar Wochen. Mit einem Mal war eine  bestimmte Datei von der Festplatte nicht mehr lesbar:

# file /usr/lib/perl5/core_perl/auto/Encode/Encode.so
/usr/lib/perl5/core_perl/auto/Encode/Encode.so: ERROR: cannot read `/usr/lib/perl5/core_perl/auto/Encode/Encode.so' (Input/output error)

Das ist eine Datei die zur Perl-Installation gehört. Wenn ich Perl erneut installiere, landet diese Datei auch wieder auf der Festplatte und ist wieder lesbar:

Happy Birthday, WikiWikiWeb!

Memex-System und Wikipedia-LogoHuch, sind wir schon so alt?!?

Auf heise online lese ich gerade, dass Ward Cunninghams Wiki-Prinzip heute seinen zwanzigsten Geburtstag feiert. Herzlichen Glück, mein geliebtes Wiki! Herzlichen Glückwunsch, Ward Cunningham, zu dieser grandiosen Idee. Ich wüsste nicht, was ich auch heute noch ohne ein Wiki leben könnte.

Weiter auf heise online: Vor 20 Jahren: Das erste Wiki kommt ins Netz

Dank UEFI: You are hacked!

Logo Lighteater

UEFI ist eine Katastrophe. Das haben diesmal die Sicherheitsforscher Corey Kallenberg und Xeno Kovah besonders eindrucksvoll gezeigt. Mit Lighteater haben sie ein Rootkit vorgestellt, dass sich im BIOS einnistet und unabhängig von dem installierten Betriebssystem auf den Hauptspeicher zugreifen und beispielsweise sensible Daten auslesen kann.

Well done.

Und jetzt wollen wir alle Coreboot als guten und schnellen BIOS-Ersatz haben.

Weiterlesen bei Golem: Bios-Rootkit liest GPG-Schlüssel aus dem Speicher.

Seiten